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Stadtschatz

Wie lange dauert es, bis man sich eine Stadt angeeignet hat, und was genau bedeutet das eigentlich?
Wendet man dabei bestimmte Strategien an, um sich mit einem Ort vertraut zu machen? Muss man sich mit ihm „befreunden“ ähnlich wie mit Personen? Es stellte sich die Frage, wie es eigentlich anderen geht, die neu in einer Stadt sind? Kann man eine Strategie der Stadtaneignung erkennen?
Ich habe mir ein Experiment überlegt, das nicht empirisch oder wissenschaftlich ist, es ist ganz persönlich.
6 Freunde haben Post bekommen. Das Experiment „Stadtschatz“ konnte beginnen. Die Probanden haben mir zwei Wochen ihr Leben in der neuen Stadt dokumentiert. Sie schrieben ein Tagebuch, machten Fotos und legten eine Mentalmap an. Dabei muss man bedenken, dass sich jeder von ihnen in einem anderen Stadium der Stadtaneignung befindet. Ich habe zu jeder Person ein freundschaftliches Verhältnis, was es mir einfach macht zu verstehen, wie es ihnen geht und um zwischen den Zeilen zu lesen.
Ich habe versucht, Strategien zu erkennen und diese zu filtern, zwischen den anderen zu vergleichen und Übereinstimmungen zu finden.

Bremen, Mainz, Köln, Paderborn, Dortmund und Aachen.

Über das Thema der Stadtaneignung gibt es Redebedarf. Jeder, mit dem man  spricht, hat etwas dazu zu erzählen, jeder war schon einmal neu in einer Stadt. Welches Medium muss man also finden, um meine Ergebnisse als Diskussionsgrundlage darzustellen, um die Ergebnisse einem Dritten mitzuteilen?
Ich denke, dass funktioniert nur über das Erlebnis. Man muss die Person in die Lage zurückversetzen, neu in einer Stadt zu sein. Man muss ihr Gedankenanreize geben, damit sie beginnt, über Stadtaneigung nachzudenken.
Das habe ich mit dem Medium der Inszenierung versucht zu schaffen.

Das Szenario: eine leere Lagerhalle. Sechs Stationen, die eine räumliche Situation, welche in jeder Stadt vorhanden ist, als Kulisse dargestellt, bestehend aus einem Bühnenbild, einer Soundcollage und den Erzählungen meiner Probanden.

Man hört, wie sie die neuen Städte beschrieben. Man folgt ihnen durch ihr neues Viertel, auf neuen Wegen zu neuen Orten. Man folgt ihnen auf der Suche nach Lieblingsplätzen und lauscht ihren Erzählungen.
Es geht auch darum, sein Verhalten zu reflektieren, seine Aneigungsstrategie zu hinterfragen.
 

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